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Vor 47 Jahren bin ich von Neuler ausgezogen, damals noch mit dem Schiff, um mit einem Schweizer Priester in Ecuador eine bettelarme Pfarrei zu übernehmen. Die Not war unvorstellbar. Ich war tätig in der Sozial- und Pastorialarbeit in 15 Dörfern, alle gelegen an der wunderschönen Pazifikküste. Jährlich habe ich 300 Kinder auf die Kommunion vorbereitet. Keines der Kinder konnte schreiben oder lesen, es gab kein Liedgut und keine Bücher. Mit meiner Gitarre und den selbst getexteten Liedern waren die Kinder mit Freude und Begeisterung dabei. Die strahlenden, leuchtenden, suchenden, oft traurigen Kinderaugen ließen mich nicht mehr los, für sie wollte ich da sein, ihnen wollte ich helfen. So ist Ecuador meine Heimat geworden. Vor 25 Jahren war es mir möglich, von meinem Erbe eine Stiftung und ein Kinderheim zu gründen, bis heute das einzigste auf der Halbinsel Santa Elena.
Wenn man mit nüchternem Blick die Welt beobachtet, dann ist begründet Sorge angebracht. Auf die globalen Nöte können wir nur begrenzt Einfluss nehmen, aber an dem Platz, wo wir stehen, da ist es möglich. Durch meine Stiftung und die Aufnahme von Kindern will ich wirksam helfen und viele Menschen zur Mithilfe anstecken. In meinem Kinderheim leben derzeit 70 Kinder, alle mit einer traurigen Lebensgeschichte und aus großer Armut. Vom Staat bekommen wir nur einen kleinen Zuschuss, die Kosten sind sehr hoch und wir kommen oft an unsere Grenzen. Eine Dose Babynahrung, 900 g, kostet 48 Dollar, ein kleines Vermögen. Das kostbare Trinkwasser, das wöchentlich gekauft wird, verschlingt 80 Dollar. Warum brauchen so viele Kinder unsere Hilfe? In Ecuador gibt es keine staatlichen Sozialleistungen.  Witwen müssen sich mit ihren Kindern durchschlagen, viele werden Straßenkinder. Straßenkinder müssen schnell aufgefangen werden, sie lassen sich sonst nicht mehr in eine geregelte Lebensordnung einfügen und werden meistens straffällig. Wo viel Not, da auch viel Gewalt, Alkohol und Drogen, die Kinder sind die Leidtragenden.
Wir helfen den Kindern, in dem wir ihnen Aufnahme und Schutz gewähren, ihre Rechte verteidigen und zurückgeben, ihre Wunden heilen, ihnen Werte und Orientierung, integrale Hilfe und Bildung gewährleisten.  Die nächtlichen Bitten um Einlass von Kleinkindern haben zugenommen, seit das Regime in Venezuela die Menschen verhungern lässt, sie nach Ecuador fliehen, Kinder am Strand aussetzen und hoffen, dass sie  gefunden werden, um nicht zu verhungern. Manchmal haben wir keine Babybettchen mehr. Da heißt es von der Vorsehung des Himmels leben, von großzügigen Herzen auf Erden, die es immer noch gibt, die ihre Hilfe als Taten zusichern, um sie wirksam für leidende Kinder einzusetzen.
Vielen Dank, Vergelts Gott dafür
Ihre Schwester Isabel (Irmgard) Dietrich, Ecuador, Südamerika
Projektort: Fundacion Santa Maria de la Esperanza, Olon Südamerika, Ecuador

Ansprechpartner:

H. Schranz

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